Baureportagen
Baureportagen | 17.01.2022

Neuwagenaufbereitungscenter Emil Frey – Safenwil

Die Emil Frey Gruppe baut in Safenwil AG ein achtgeschossiges Gebäude für die Inspektion der Neuwagen, bevor diese ausgeliefert werden. Der Ingenieur hat sich beim Neubau wegen stark wirkender, teilweise biaxialer Querkräfte in den Arbeitsfugen für den Einsatz von PYRAX®-Produkten von Debrunner Acifer Bewehrungen entschieden.

Seit 2017 ist die Emil Frey Gruppe mit knapp 680 Standorten der grösste Autohändler Europas. In Safenwil AG weicht das bestehende Gebäude für die Neuwagenaufbereitung PDI («Pre-Delivery Inspection») nach fast 50 Jahren einem achtgeschossigen kubischen Massivbau. Die Grundfläche des neuen Neuwagenaufbereitungscenters beträgt 6300 m2, die Geschossflächen kommen auf 11’000 m2 und das Bauvolumen liegt bei 65’000 m3. Teilbereiche der Neuwagenaufbereitung sind die Waschstrasse, die Carrosserie, die Mechanik und das Finish. Die Bauarbeiten werden in zwei Etappen – Januar bis Dezember 2021 und Oktober 2022 bis Juli 2023 – nach einem straffen Bauprogramm ausgeführt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Grosse Deckenspannweiten, unterschiedliche Nutzungen und ein schlecht tragfähiger Baugrund

«Das Bauwerk basiert auf einem Stützenraster von 15 m × 15 m, um die Flexibilität in der Geschossnutzung nicht einzuschränken», erklärt Nicola Amati, Ingenieur bei der Wälchli & Partner AG. «Das grosszügige Raster führt zu grossen Spannweiten bei den Geschossdecken, die in je neun Bauetappen mit 300 bis 350 m2 ausgeführt werden. Um das Gewicht der Decken zu reduzieren, sind Hohlkörper in der Betondecke eingelegt.» Die unterschiedlichen Nutzungen auf den Geschossdecken – beheizte und unbeheizte Räume – stellen eine weitere Herausforderung dar. Auch dem schlecht tragfähigen Baugrund musste Rechnung getragen werden. Nicola Amati: «Im stark siltig-tonigen Boden könnte sich das Gebäude mit seinen konzentrierten Lasten ungleichmässig und womöglich über mehrere Zentimeter setzen. Um das zu verhindern, haben wir Grossbohrpfähle als Tiefenfundation gesetzt.» Sie tragen die Gebäudelasten bis auf die tragfähige Moräne ab.

Das achtgeschossige Gebäude hat 6’300 m2 Grundfläche und ein Bauvolumen von 65’000 m3. Quelle: Wälchli & Partner AG
Bauführer Joel Gwerder (links) und Polier Beat Erni mit den 6,5 m hohen geschalten und betonierten Wänden im Hintergrund.
Quelle: Aregger AG

PYRAX®: biaxiale Übertragung der Querkräfte

Um die Etappierung insgesamt möglichst effizient und praktisch zu ermöglichen und um einen korrekten Kräftefluss zu gewährleisten, sind einzelne Bauteile mittels querkraftübertragender Bewehrungsanschlüsse miteinander verbunden worden. Nicola Amati hat sich hierbei für PYRAX®-Produkte von Debrunner Acifer Bewehrungen entschieden. «Wir haben für einfache Bewehrungsanschlüsse PYRATOP®, bei hohem Lastanfall PYRABAR® und bei der Deckenetappierung vereinzelt PYRAPAN® eingesetzt – immer mit dem gleichen Funktions- und Bemessungsmodell dahinter. Dank der Produktfamilie haben wir einen Konzeptwechsel in der Fugenausbildung umgehen können», führt der Ingenieur aus.

PYRATOP® für Zwischendecken, Autorampen und Treppenhäuser

«PYRATOP® und PYRABAR® sind die führenden Produkte am Markt, die gleichzeitig solch hohe Querkräfte längs und quer zur Fuge übertragen können», sagt Polier Beat Erni von der Aregger AG. Statisch erforderlich war das zum Beispiel bei den 6,5 m hohen Wänden im Erdgeschoss: Wegen des gedrängten Bauprogramms mussten sie auf der ganzen Höhe erstellt werden. «Die Zwischendecken mit Erdbebenanbindung haben wir mithilfe von PYRATOP® nachträglich eingehängt», erklärt Beat Erni. Eingehängt wurden auch die Autorampen, bei denen wegen der Neigung starke vertikale und horizontale Kraftkomponenten wirken. Genauso wie bei den Treppenhäusern erfüllte nur PYRATOP® die statischen Anforderungen – dank biaxialer Kräfteübertragung.

Die Zwischendecken mit Erdbebenanbindung wurden mithilfe von PYRATOP® nachträglich eingehängt.

PYRAPAN® beschleunigt Etappierung

Grundsätzlich wurden die Arbeitsfugen mit Bewehrungsdurchdringung chemisch aufgeraut, um die nötige Verzahnung sicherzustellen. «Um einen schnelleren Fortschritt bei der Etappierung zu erreichen, haben wir im Deckenbereich vereinzelt PYRAPAN® eingesetzt», meint Beat Erni. «Dadurch haben wir pro ausgeführte Arbeitsfuge rund zwei Tage eingespart.» Hinzu kommt, dass in den Wintermonaten das Aufrauen mit einem chemischen Verzögerer nicht optimal ist, da jener in Verbindung mit Wasser angewendet wird und sich Eisflächen bilden können.

Im Deckenbereich kam vereinzelt PYRAPAN® (rechts) zum Einsatz, um die Etappierung zu beschleunigen. Quelle: Wälchli & Partner AG

PYRABAR® mit BARTEC® Schraubverbindungen

Die Steigzonen – abführend aus der im Erdgeschoss platzierten Werkstätte – stellten eine besondere Herausforderung an die Statik dar. Sie sind entlang der Auflagerwand angeordnet und forderten in allen Geschossen, dass die massiven Decken über eine als Überzug wirkende Brüstung an der Aussenwand angehängt wurden, und zwar via eine raumhohe Querschotte. Diese Querschotten sollten den Baufortschritt nicht durch aufwendige Schalungsarbeiten mit Bewehrungsdurchdringung beeinträchtigen. Den extrem hohen Querkräften bei der Anbindung an die Querschotten – die Brüstung ist beidseitig angehängt – wurde nur eine Spezialanfertigung eines PYRABAR®-Anschlusses gerecht. Diese objektspezifische Lösung hat der Ingenieur gemeinsam mit dem Engineering-Team von Debrunner Acifer Bewehrungen erarbeitet. An den Endauflagern hingegen konnte mit Standardanschlüssen des Typs PYRABAR® PE gearbeitet werden.

Querschotte und Endauflager der Brüstung mit eingebautem PYRABAR®.

PYRAX®-Technologie überzeugt

Ingenieur Nicola Amati und Polier Beat Erni sind sich einig: Bei grosser Querkraftübertragung zwischen Bauteilen sind PYRAX®-Produkte die ideale Lösung, auch weil sie grössere Flexibilität bezüglich des Einteilens der Bauetappen ermöglichen. Mit den PYRAX®-Produkten können Fugen überdies problemlos auch an statisch anspruchsvollen Bereichen ausgeführt werden, um einen effizienten Baufortschritt zu ermöglichen. Die Fertigstellung des kompletten Neubaus, den die Architektengruppe Olten AG geplant hat, ist für Juli 2023 vorgesehen.

Endauflager Brüstung an Querschotte mit freigelegter PYRABAR®-Box.

Interview mit Nicola Amati
Bauingenieur HTL bei Wälchli & Partner AG

Flexibel und lösungsorientiert

Was bedeutet dieses Projekt für Sie und Ihr Unternehmen?

Beim Neuwagenaufbereitungscenter PDI von Emil Frey handelt es sich um das grösste Projekt von Wälchli & Partner im Jahr 2021. Die Dimensionen sind enorm: Über 6000 m2 Grundfläche, 22 m Höhe und 8 Geschosse. Eine weitere Herausforderung für uns war das straffe Bauprogramm: Unsere Planung musste den Bauarbeiten stets genug voraus sein, um das hohe Bautempo zu ermöglichen.

Also sind Sie zufrieden mit dem Verlauf des Projekts?

Absolut! Die Arbeitsabläufe stimmen und die Terminvorgaben können wir einhalten. Hinzu kommt die gute Zusammenarbeit mit dem Architekten, der Bauherrschaft und dem Baumeister.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Das Projekt tangiert verschiedene Aspekte des Bauingenieurwesens und ist deshalb besonders spannend und gleichzeitig herausfordernd. Ich spreche beispielsweise von der Tiefenfundation, der Baugrubensicherung mithilfe von Spundwänden, der Wasserhaltung mittels Wellpoint-Lanzen, dem Stahlbetonbau mit den grossen Deckenspannweiten, der Passerelle in Stahlbau, welche das bestehende Autolager mit dem Neubau verbindet, oder den allgemeinen Umgebungsarbeiten mit Belagsentwässerung. Es freut mich, dass wir die unterschiedlichen Anforderungen erfolgreich miteinander vereint haben.

Weshalb haben Sie beim Neuwagenaufbereitungscenter mit Debrunner Acifer Bewehrungen zusammengearbeitet?

Wir haben in den vier oder fünf Jahren Zusammenarbeit schon mehrere Projekte erfolgreich realisiert. Hinzu kommt, dass Debrunner Acifer Bewehrungen die PYRAX®-Produkte im Angebot hat – etwas Gleichwertiges ist bei der Konkurrenz nicht zu finden.

Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit?

Ich lege Wert auf die technische Unterstützung. Genügt ein Standardprodukt den Anforderungen nicht, zeigt Debrunner Acifer Bewehrungen Flexibilität und ist stets um eine Lösung bemüht. Gemeinsam entwickeln wir – wie für das Neuwagenaufbereitungscenter – eine Spezialanfertigung eines Produkts. Ein weiterer Pluspunkt sind die transparente Kommunikation seitens Debrunner Acifer Bewehrungen sowie rasche Reaktionszeiten.

Welche Erwartungen haben Sie an Produkte und Dienstleistungen von Debrunner Acifer Bewehrungen?

Die Produkte müssen zwingend von Topqualität sein. Und ich erwarte eine hohe Lieferverfügbarkeit. Beide Erwartungen hat Debrunner Acifer Bewehrungen in der bisherigen Zusammenarbeit erfüllt.

Was zeichnet die PYRAX®-Produkte Ihrer Meinung nach aus?

Die Logik der Verzahnung durch Pyramiden ist schlüssig. Die Produkte überzeugen durch höchste Widerstandswerte und die Bemessung erfolgt nach SIA262. Und die Produkte erlauben Spezialanfertigungen.

Welche Erfahrungen nehmen Sie für andere Projekte mit?

Der Einsatz von Bewehrungsanschlüssen bzw. Abschalsystemen zur Querkraftübertragung ermöglicht grössere Flexibilität in der Planung der Etappierung. Mit den PYRAX®-Produkten können Fugen problemlos auch in statisch anspruchsvollen Bereichen ausgeführt werden, um einen effizienten Baufortschritt oder eine ansprechende Architektur zu ermöglichen.

Interview mit Beat Erni
Polier bei Aregger AG

Positive Erfahrung mit PYRAX®– Produkten

Welchen Herausforderungen standen Sie bei diesem Projekt gegenüber?

Das Neuwagenaufbereitungscenter in Safenwil ist aktuell eine der grössten Baustellen für uns, zu Spitzenzeiten waren bis zu 30 Mitarbeitende im Einsatz. Die Grundfläche des Gebäudes ist mit rund 6300 m2 beeindruckend – ebenso wie die 6,5 m hohen Wände. Sie sind viel aufwendiger zu erstellen als die sonst üblichen 3-m-Wände.

Was zeichnet PYRAX®-Produkte bezüglich der Baustellentauglichkeit aus – wie gut hat der Einbau der Produkte funktioniert?

Die Produkte liessen sich sehr gut einbauen, auch weil der Ingenieur hervorragende Vorarbeit geleistet hat. Er hat praxisbezogen geplant. Da sich das Aufrauen von Arbeitsfugen mit PYRATOP®, PYRABAR® und PYRAPAN® erübrigt, haben wir zudem Zeit gespart. Wir haben noch nicht oft mit PYRAX®-Produkten gearbeitet und sind nun um eine positive Erfahrung reicher.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Lieferservice von Debrunner Acifer Bewehrungen?

Die Lieferungen haben tadellos geklappt, deshalb sind wir sehr zufrieden. Das straffe Bauprogramm hätte keine Unzuverlässigkeit gestattet.

Was erwarten Sie von Produkten, die Debrunner Acifer Bewehrungen liefert?

Die Qualität muss gut sein und darf bei Weiterentwicklungen eines Produkts nicht abnehmen, sondern sollte sich stets verbessern. Ich erwarte zudem, dass ein Lieferant jederzeit darüber informiert ist, was sich am Markt tut, und mich entsprechend berät.

Bauherrschaft: Emil Frey Gruppe
Architekt: Architekten Gruppe Olten AGO
Ingenieurbüro: Wälchli & Partner AG
Baumeister: Aregger AG
Realisierung: 2021 – 2023
Geschosse: 8
Geschossfläche: 11’000m2
Projektbeteiligte:

PYRAX®-Technologie

  • Die schachbrettartig angeordneten Pyramidenstümpfe gewährleisten ein Maximum an richtungsunabhängiger Schubübertragung.
  • Der Beton Schubflächenanteil am Blechübergang liegt bei 85% der Gesamtfläche des Bewehrungsanschlusses. Dieser Schubflächenanteil verändert sich über die Blechtiefe durch die spezielle Geometrie gleichmässig, wodurch die Übertragung der hohen Schubkraft sicher gewährleistet wird.
  • Die Wirkung des hohen Schubflächenanteils des Betons am Blechübergang wurde durch Versuche bestätigt
PYRATOP®: Höchste Schubübertragung dank verzahnter Arbeitsfuge
Schraubbarer Bewehrungsanschluss PYRABAR
PYRABAR®: Schubverzahnte Arbeitsfuge mit BARTEC® – Schraubverbindung
PYRAPAN®: Abschalkörbe für schubbeanspruchte Arbeitsfugen